Im Herbst 1938 schlossen sich in Öschelbronn Freunde der Ziehharmonika zu einem Verein mit dem Namen „Harmonikafreunde Öschelbronn“ zusammen. Schon vorher hatten sie ganz privat zusammen musiziert und waren begeistert von ihrem Tun. Erich Golderer, einer der Vereinsgründer, ist dies mit seinen nahezu 88 Jahren bis zum heutigen Tag. Er wird mit den Handörglern Dietlingen beim Festkonzert mitwirken. Erster Vorsitzender bei der Gründerversammlung wurde Fritz Zentner und Musiklehrer Hermann Hunn aus Pforzheim übernahm die musikalische Leitung. Der zweite Weltkrieg ab 1939 unterbrach jäh den Spielbetrieb, da etliche Spieler an die Front zogen. Mit neuem Schwung begannen die Harmonika-Freunde ihren Neuaufbau 1946 mit Helmut Sadler an der Vereinsspitze und einer Gruppe von 18 Harmonikaspielern wieder unter der Leitung von Hermann Hunn. Instrumente wurden mit Hilfe der Firma Hohner in Trossingen erworben und alljährliche Konzerte mit namhaften Solisten ermöglichten eine schöne Entwicklung. Zwölf Jahre bestimmte Helmut Sadler die Geschicke der Harmonikafreunde, ehe Fritz Dihlmann in seine Fußstapfen trat. Schrittweise erfolgte die Umstellung vom diatonischen Instrument auf das Akkordeon. Mit Richard Geiger an der Vereinsspitze wurde 1968 das 30-jährige Bestehen gefeiert. Hans Guld übernahm die musikalische Leitung.
Die kommunalpolitische Vernunftehe 1971 zwischen Niefern und Öschelbronn wurde Vorbild für den Zusammenschluss der Öschelbronner und Nieferner Akkordeonspieler. In Niefern hatte sich erst 1952 ein Impuls für ein Akkordeon-Orchester gebildet. Musiklehrer Ewald Zorn aus Eutingen gründete eine Musikschule. Ab 1955 wurden in Niefern jährlich Stuhlkonzerte in der alten Turnhalle in Niefern aufgeführt. Im Mai 1972 war es dann soweit. Unter dem Namen „Akkordeon-Orchester Niefern-Öschelbronn“ vereinten sich alle aktiven AkkordeonspielerInnen unter der musikalischen Leitung von Ewald Zorn zum gleichnamigen Verein. Domizil wurde das damals neue Feuerwehrhaus an der Wurmberger Straße, das heutige Gustav-Wenk-Bürgerhaus. Von 1973 bis 1975 erspielte sich das neue Akkordeon-Orchester Niefern-Öschelbronn mit zwei Konzerten, jeweils im anderen Ortsteil, viele Freunde und Gönner. Als die Stuhlkonzerte an Resonanz verloren, veranstaltete man nur noch einen Unterhaltungsabend in Öschelbronn, der sich allerdings großer Beliebtheit erfreute. Im Frühjahr 1976 nahm Musiklehrer Ewald Zorn seinen Abschied. Der Verein hat ihm sehr viel zu verdanken.
Mit Otto Kraus aus Mühlacker wurde ein Nachfolger gefunden, Siegfried Knapp übernahm die Jugendarbeit. Auch im Amt des 1. Vorsitzenden zeichnete sich Anfang 1977 eine Veränderung ab. Wolfgang Sihn löste nach 9 Jahren Richard Geiger ab. Dieser wurde für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit Konzerten, Abendunterhaltungen und Teilnahme an Straßenfesten bewegte sich der Verein auf das 50-jährige Jubiläum zu. Drei Tage wurde in der Öschelbronner Steighalle unter Sigmund Vetter als 1. Vorsitzendem gefeiert. Siegfried Knapp hatte wieder das Dirigentenpult eingenommen, nachdem sich Walter Goltz kurz vorher als Dirigent verabschiedet hatte.
1989 schloss Hubert Bürkle sein Studium zum Diplom-Musiklehrer und Dirigent am Hohner-Konservatorium in Trossingen ab und betrat die musikalische Bühne in Niefern-Öschelbronn. Er übernahm das Haupt- und Jugendorchester und hat bis zum heutigen Tag die Leitung inne. Leider geriet das Akkordeon-Orchester in den neunziger Jahren in den Abwärtstrend musikalisch-instrumentaler Aktivitäten. Mitte der neunziger Jahre unternahm der Verein massive Aktivitäten im Hinblick auf Rückgewinnung von Ehemaligen sowie Anwerben von neuen Spielern und hatte überraschend Erfolg. Jugendspieler wurden ins Hauptorchester integriert und man erreichte eine Orchesterstärke von 20 SpielerInnen. Dieses gut bestellte Feld übernahm 1996 Beate Golderer als 1. Vorsitzende. In imposanten Konzerten wurden immer wieder neue Ideen von Dirigent und Spielern umgesetzt. Sowohl das Haupt- als auch das Jugendorchester wussten ständig aufs Neue zu überraschen. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die Sommerfeste am Herrenwald, später im Hof des Gustav-Wenk-Bürgerhauses. Im Freizeitbereich wurden auf Sternfahrt ausgelegte Radtouren unternommen, Freizeiten in Hohenwart, Barfußparkbesuch in Dornstetten, Ausflug nach Tripsdrill, lange Kinonacht etc. Über Jahre hinweg war das Cäpt´n Cedo-Programm der absolute Renner bei Kindern mit der Melodika. Etliche schafften auch den Umstieg aufs Akkordeon und werden beim Festkonzert einen eigenen Part übernehmen. Ähnlich wie zu Beginn der neunziger Jahre machte der Trend der Zeit auch vor dem Orchester nicht Halt. Deshalb haben sich die SpielerInnen seit 2010 neu formiert und schon bei etlichen Anlässen ihre Qualität bewiesen.